Was kostet im Irak ein Bier?
30.08.2011  | Maral Jekta & Henrik Ahrens   

Alltag / Kolumne
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Unter den Irakern gibt es leidenschaftliche Biertrinker. Und das hat Tradition. Bereits vor 6000 Jahren gab es auf dem Gebiet des heutigen Irak 20 Biersorten.Die Sumerer verwendeten zeitweise sogar die Hälfte der Getreideernte zum Bierbrauen. In dem Land, das seiner Fruchtbarkeit wegen auch als der biblische Garten Eden gehandelt wird, gab es sogar einen rechtlichen Anspruch auf zwei bis fünf Kannen Bier pro Tag. Wahrlich paradiesische Vorstellungen für den durstigen Iraker von heute. Denn es ist in diesen Zeiten keinesfalls mehr so leicht, an Bier zu kommen. Vor allem die Bewohner der den Schiiten heiligen Städte Nadjaf und Kerbala sitzen auf dem Trockenen. Auch in Bagdad und Basra ist es schwieriger geworden, sich ein Feierabendbier zu gönnen. Entsprechend boomt das Geschäft dort, wo Alkohol verkauft wird; in der Regel sind das reine Getränkeshops. Und das Angebot wird immer vielfältiger: Für ungefähr 90 Eurocent kann sich der Bierliebhaber zwischen einem halben Liter Heineken, Amstel, Tuborg oder Budweiser entscheiden – alles stilecht in der Dose. Und auch die Freunde des deutschen Reinheitsgebotes kommen mittlerweile auf ihre Kosten. Für denselben Preis gibt es einen halben Liter Warsteiner oder Krombacher. Wer es günstiger und regionaler mag, kann für umgerechnet 60 Eurocent zum türkischen Efes oder zum jordanischen Farida greifen. Irakische Brauprodukte sucht man rätselhafterweise vergebens. Vielleicht war beim Verlust der Rezepte Alkohol im Spiel.

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Maral Jekta und Henrik Ahrens leben und arbeiten in Erbil. Neben ihrer Arbeit für die Wirtschaftsplattform Irak beziehungsweise an der Media Academy Iraq genießen sie das irakische Leben in vollen Zügen. Welchen Preis das hat? Darüber berichten die zwei in ihrer wöchentlichen Kolumne: Was kostet im Irak...?

 

Foto: Maral Jekta (WPI)