Was kostet im Irak ein Autorennen?
24.10.2011  | Maral Jekta & Henrik Ahrens   

Alltag / Kolumne
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Schuhmacher und Vettel ernten auch hierzulande viel Respekt. Aber Zuschauen alleine reicht den Motorsport begeistern Irakern nicht. Deshalb organisiert der „Iraq Autosport Club“ seit 2004 monatliche Autorennen im Baghdader Jadriya Park.

Dann versammeln sich die jungen Männer mit erfolgversprechenden Namen wie „Special Hunter“ und „Lion of Baghdad“ samt ihren mit Chrom-Radkappen, Turbomotoren und Flammen-Aufklebern verzierten Camaros und BMWs auf der 400 Meter langen Slalomstrecke, um die Autos zu testen und sehen und gesehen zu werden. Das konnte sie lange Zeit nicht. Vor 2003 war es nicht ratsam, sich mit getunten Fahrzeugen auf der Straße blicken zu lassen.

Wegen der Sanktionen gab es kaum ausgefallene Autos im Land. Und die, die es gab, waren früher oder später in Besitz von Husseins Sohn Uday. Er und der engste Kreis seiner Freunde, allesamt Autofanatiker, konfiszierten Autos nach Belieben, bevorzugt waren Corvettes. Heutzutage gibt es zwar keine autobegeisterten Diktatorensöhne mehr, aber dafür Bombenexplosionen. Das Auto wird deswegen vorsichtshalber immer noch in der Garage untergebracht, doch gibt es mittlerweile eine Rennstrecke, das heißt: Die Motoren müssen nicht mehr auf abgelegenen Industriegeländen getestet werden. Zumindest in der irakischen Hauptstadt nicht. In Erbil hilft man sich derweil mit einer Go-Kart-Anlage im Erbiler Speed Center aus. Auf einer Strecke von zwei Kilometern kann man für 12.000 bis 24.000 irakische Dinar (zehn bis 12 US-Dollar) zehn Minuten lang die Reifen quietschen lassen.

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Maral Jekta und Henrik Ahrens leben und arbeiten in Erbil. Neben ihrer Arbeit für die Wirtschaftsplattform Irak beziehungsweise an der Media Academy Iraq genießen sie das irakische Leben in vollen Zügen. Welchen Preis das hat? Darüber berichten die zwei in ihrer wöchentlichen Kolumne: Was kostet im Irak...?

 

Foto: Henrik Ahrens (WPI)