Alltag / Kolumne

Was dem Bayern die Lederhose ist, ist dem Kurden die Lodenhose. Doch er trägt sich nicht nur zu bestimmten Anlässen, sondern sie gehört zu seiner Alltagskleidung. Und erst in Kombination mit einem knopflosem Wickelhemd, einer Weste, einem farbigen Stoffgürtel und einem Turban ist die kurdische Männertracht vollkommen.
Die Trachten sind alle aus Angora-Ziegenhaar gefertigt und passen sich den Farben der bergigen Landschaft gut an. Je nachdem aber, woher der Träger kommt und welche politische Einstellung er hat, unterscheiden sie sich in Schnitt und Farbe. Aber nur das geübte Auge erkennt diese Details, kann zum Beispiel die unterschiedlichen Camouflage-Töne – von Beige bis Grau – auseinanderhalten und deuten. Auch der Schnitt unterscheidet sich in Kleinigkeiten – manche haben Brusttaschen, andere nicht. Einst von den bewaffneten Truppen der Regierungsparteien getragen, gehört die Tracht heute zum alltäglichen Straßenbild des Nordiraks. Nur bei jungen Leuten gerät sie langsam in Vergessenheit. Es sei denn, man feiert Hochzeit, Neujahr oder einen Parteitag.
An Möglichkeiten, in den Besitz dieser Tracht zu kommen, mangelt es nicht. Unzählige Schneider helfen dabei, Schnitt und Farbe auszusuchen. Je nach Qualität des Stoffes kostet die Tracht zwischen 50 und 200 US-Dollar.
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Maral Jekta und Henrik Ahrens leben und arbeiten in Erbil. Neben ihrer Arbeit für die Wirtschaftsplattform Irak beziehungsweise an der Media Academy Iraq genießen sie das irakische Leben in vollen Zügen. Welchen Preis das hat? Darüber berichten die zwei in ihrer wöchentlichen Kolumne: Was kostet im Irak...?
Foto: Henrik Ahrens (WPI)











