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In Nadschaf soll für 27 Milliarden Euro eine luxuriöse Stadt für Pilger entstehen. Doch der kuwaitische Investor sprang ab. Jetzt ist das riesige Projekt neu ausgeschrieben
Es ist eines der größten Bauvorhaben im Irak: New Najaf City, ungefähr 160 Kilometer südlich von Bagdad. Die Stadt soll vier Kilometer westlich des heiligen Schreins des Imam Ali am Ufer des Sees von Nadschaf liegen und auf 21 Quadratkilometern Wohneinheiten in verschiedenen Preisklassen, eine Universität, Banken, Sportanlagen, Behörden, Bildungseinrichtungen, soziale Institutionen, Einkaufszentren sowie Fünf-Sterne-Hotels beheimaten.
Das städteplanerische Modell greift das spirituelle Moment auf: Die Stadt ist um das nord-westliche Ufer angelegt, die großen Straßen und öffentlichen Gebäude sind strahlenförmig in Richtung des Schreins von Imam Ali ausgerichtet.
Nicht nur aufgrund seines Investitionsvolumens von 27 Millionen Euro und seiner städteplanerischen Ausarbeitung ist das Projekt außergewöhnlich: Es ist auch ein Symbol für das neuerwachte Selbstbewusstsein der Schiiten am Golf. Deren neue Mittel- und Oberschicht verbindet selbstverständlich die Wallfahrt mit Urlaub, Wellness und Einkaufstouren in Luxusboutiquen.
Der Grundriss von New Najaf City
Der heilige Schrein
Der Pilgertourismus ist ein gigantischer Wirtschaftsfaktor für Nadschaf und den gesamten Irak, Heimat der heiligsten Stätten des schiitischen Islam. Allein sieben der zwölf von den Schiiten verehrten Imame sind im heutigen Irak beerdigt. Der Schrein des ersten Imams Ali Ibn Abi Talib steht in Nadschaf. Während er von den Sunniten lediglich als vierter Kalif verehrt wird, ist er für die Schiiten ihr spiritueller Gründer und gilt als von Gott erleuchtet.
Viele Schiiten träumen daher nicht nur von einer Pilgerreise zu seinem Grab, sondern auch davon, neben seinem Mausoleum, auf dem größten Friedhof der islamischen Welt begraben zu werden. Insgesamt gehören 20 bis 25 Prozent der 1,2 Milliarden Muslime weltweit der schiitischen Glaubensrichtung an – das sind nahezu 300 Millionen Menschen. Und Nadschaf hat begonnen, sich auf deren Besuch vorzubereiten.
Vor einem Jahr wurde der neue internationale Flughafen „Al Najaf International Airport“ eröffnet, der immer noch erweitert wird. Verantwortlich für den Bau war das kuwaitische Unternehmen al-Aqeela, das eigentlich auch New Najaf City errichten wollte.
Die Besucher aus Bahrain
Bereits kurz nach Einweihung des Flughafens begannen mehrere Gesellschaften Nadschaf anzufliegen. So auch die Fluggesellschaft des Zwergstaats Bahrain, Gulf Air, die aufgrund der hohen Nachfrage ab Herbst wöchentlich zwölf Direktflüge nach Nadschaf anbietet. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben irakischer Behörden 25.000 Besuchervisa für bahrainische Staatsbürger ausgestellt. Eine halbe Million Menschen und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung des kleinen Königreichs sind Schiiten. Neben direkten Investitionen im Tourismussektor profitiert auch die Infrastruktur von Nadschaf von dem Boom. Bahrainische Unternehmen etwa wollen in den Elektrizitätssektor der Provinz investieren.
Die wichtigsten Pilgerziele im IrakKerbala: Der Schrein des dritten Imams Hussein, der in der Schlacht von Kerbala 680 starbSamarra: Hier liegen die Schreine des zehnten, elften und zwölften ImamsBagdad: In der Khadimiyya-Moschee liegen der siebte und neunte Imam begrabenKufa: In der Moschee ist der Enkel des dritten Imams, Zaid Ibn Ali beerdigt
Investor gesucht
Doch ausgerechnet das größte Projekt, New Najaf City, ist ins Stocken geraten. Anfang Juli trat das kuwaitische Unternehmen al-Aqeela von seinem Vorhaben, die Mega-City zu bauen, zurück. Warum der kuwaitische Investmentkonzern, der im Bereich Immobilien, Tourismus und Flughafenprojekten in Nah- und Fernost tätig ist, das Projekt aufgegeben hat, oder warum es zum Bruch mit der Investitionsbehörde kam, ist unklar. Nach Aussagen des Vorsitzenden der Investitionsbehörde Nadschaf, Dr. Fadel Fadel, hat das Unternehmen untersagt, die Gründe seiner Angebotsrücknahme publik zu machen.
Noch ist offen, wer das derzeit ehrgeizigste Städtebauprojekt des Irak fortführen wird. Im Moment konkurrieren zahlreiche große Investmentunternehmen, die in der ersten Runde der Ausschreibung gegen al-Aqeela verloren hatten, erneut um den Zuschlag.
In der engeren Auswahl: eine Firma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und eine aus Bahrain. Doch Dr. Fadel, der Vorsitzende der Investitionsbehörde, betont: „Die Tür steht auch europäischen und amerikanischen Unternehmen offen.“
Kontakt zur Investitionsbehörde Nadschaf:
Dr. Fadel Fadel
Tel.: 00964/7801657378
E-mail:
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Webauftritt: www.investnajaf.com
Fotos: Investitionsbehörde Nadschaf











