Die wichtigsten Wahlbündnisse im Überblick
04.03.2010  | Dr. Nagih Al-Obaidi   

Meinung & Analyse / Politik
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Das Meinungsspektrum zu den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag reicht von Zuversicht und Vorfreude über mahnende Kritik bis zu Schwarzmalerei und Zynismus. Doch welche Optionen haben die Wähler? Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten politischen Allianzen vor

 

1. Die Allianz für den Rechtsstaat

Dieses Bündniss umfasst 35 Parteien und Organisationen sowie zahlreiche bekannte Politikerinnen und Politiker. Sowohl islamistische Kräfte, wie die schiitische Daawa-Partei als auch eher säkulare Organisationen sind in der Allianz vertreten. Hier dreht sich aber alles um Ministerpräsident Nuri Al-Maliki. Neben bekannten parteilosen Persönlichkeiten konnte Al-Maliki auch einflussreiche sunnitische und schiitische Stammesanführer auf seine Seite ziehen.

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2. Die Irakisch-Nationale Allianz

Ein Sammelbecken für 30 Gruppierungen mit überwiegend islamistisch-schiitischem Charakter. Ihr Rückgrat bilden vier Hauptkräfte: der Islamische Oberrat, dessen wichtigste Vertreter Amar Al-Hakim und der Vizepräsident Adil Mahdi sind; die Al-Sadr-Bewegung, wobei hier der radikale schiitische Prediger Muqtada Al-Sadr die Fäden im Hintergrund zu ziehen versucht; die Partei des Islamischen Aufrufs vom früheren Ministerpräsidenten Ibrahim Al-Dschaafri und die Partei der Islamischen Tugend. Auch der Irakische Nationalkongress von Ahmed Al-Dschalabi gehört dazu, Chef der Entbaathifizierungskommission. Bei dieser Allianz gibt es viele Führungsköpfe, aber es fehlt die überragende Persönlichkeit als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten.

3. Die Irakische Liste

Diese Liste umfasst 20 Parteien. Hier überwiegt der säkulare Hintergrund. Ihr bekanntester Vertreter ist Iyad Allawi, der erste Ministerpräsident nach dem Sturz von Saddam Husein. Zu ihm sind vor allem bekannte Vertreter der Sunniten, wie der Vizepräsident Tarik Al-Hashimi sowie der Chef des Nationalen Dialogs Salih Al-Mutlaq zugestoßen. Die Kandidatur von Al-Mutlaq wurde aber von der Entbaathifizierungskommission verboten. Der Vorwurf: er habe entgegen der Verfassung das Regime von Saddam Hussein verherrlicht. Forderungen, die Wahlen deswegen zu boykottieren, hat Allawi aber eine Absage erteilt

4. Die Kurdische Allianz

Sie vereinigt 13 Parteien und Organisation. Die Hauptkräfte sind die Kurdisch-Nationale Union von Dschalal Talabani und die Demokratische Partei Kurdistans von Masud Barsani: Es geht dieser Allianz vor allem um die Festigung der Autonomie der föderalen Region Kurdistan und um den Ausbau ihrer Rolle in Bagdad.

5. Allianz Vereinigter Irak

In ihr haben sich 38 Parteien, Vereinigungen und Persönlichkeiten zusammengeschlossen. Bekannteste Gesichter sind der Innenminister und Chef der Irakischen Verfassungspartei Dschawad Al-Bolani (Schiit) sowie Ahmed Abu Rischa, Chef der Volksabwehr in der Provinz Anbar. Es handelt sich hier um sunnitische Stammesangehörige, die gegen Al-Qaida gekämpft haben.

6. Front des Nationalen Konsens

Sie umfasst den Rest der bekannten sunnitischen Kräfte. Die wichtigste von Ihnen ist die Islamische Partei. Zur Front gehört auch der jetzige Parlamentspräsident Iyad Al-Samari.

7. Liste der Volksunion

Sie ist die Wahlliste der Irakischen Kommunistischen Partei mit ihren Verbündeten. Sie ist die älteste Partei des Iraks, aber ihr werden nur geringe Chancen eingeräumt, den Sprung ins neue Parlament zu schaffen.

 

Foto: Sabah Arar (AFP/Getty Images)