„Das war das richtige Signal“
15.11.2011  | Malte Oberschelp   

Deutsche für Irak / Wirtschaft
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Ralf Bischofs war während der Irak-Reise des Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler Teilnehmer der Wirtschaftsdelegation. Im Interview erzählt er, was die Reise gebracht hat


WPI: Herr Bischofs, der Wirtschaftsminister ist längst wieder in Deutschland. Was machen Sie noch im Irak?

Ralf Bischofs: Ich arbeite seit dem November 2010 für ein deutsch-irakisches Joint Venture in Basra. Als einer der wenigen Teilnehmer bin ich deshalb aus dem Irak nach Bagdad zur Delegation hinzugestoßen. Inzwischen ist das ja eine relativ sichere Gegend hier in Basra.


Ralf Bischofs arbeitet in Basra für die MDC Iraq Development Company, ein Joint Venture aus einer Gruppe deutscher Unternehmen und der Basraer Familie Hanna Shaikh. Geschäftsfelder sind die Öl- und Gasindustrie sowie der Bereich Education und Healthcare.

WPI: Sie konnten sicherlich wichtige Tipps geben bei der Organisation der Wirtschaftsdelegation...

Unser Büro ist oft involviert, um solche Reisen nach Basra mit zu organisieren. Wir machen das gerne. Auch der parlamentarische Staatssekretär für Verkehr, Jan Mücke, war bereits hier. Diese Reise jetzt haben jedoch wir nicht mit organisiert, weil sich alles in Bagdad abgespielt hat.

WPI: Wie schätzen Sie die Bedeutung der Reise von Wirtschaftsminister Rösler ein?

Es wurde ja in den vergangenen Jahren immer wieder bemängelt, dass die Deutschen im Irak nicht aktiv genug sind. Dabei waren mehr hier, als aus anderen europäischen Ländern. Jedenfalls, was die Politiker anbelangt. Außenminister Westerwelle war da, Entwicklungsminister Niebel und nun Wirtschaftsminister Rösler. Das war das richtige Signal. Der Minister hat in Bagdad klare Worte der Unterstützung gesprochen, aber auch Forderungen gestellt und Anregungen gegeben, wie das Verhältnis noch weiter zu verbessern ist. Gerade, um deutschen Unternehmern den Einstieg in den Irak weiter zu erleichtern.

WPI: Und was haben Sie vor Ort genau gemacht?

Am ersten Abend hat der Minister mit dem Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki gesprochen. Anschließend fand im Gästehaus des Ministerpräsidenten ein Empfang statt. Am nächsten Morgen gab es erste bilaterale Gespräche zwischen den Delegationsteilnehmern und den irakischen Partnern. Anschließend ist die Delegation zur Internationalen Messe Bagdad aufgebrochen, wo der Deutsche Tag eröffnet wurde. Dort hat Minister Rösler auch den Handelsminister Hassan Babakir getroffen. Zurück im Gästehaus gab es erneut bilaterale Gespräche in Themengruppen. Dort tagte auch die deutsch-irakische Wirtschaftskommission, während Minister Rösler weitere politische Gespräche führte.

WPI: Wurden auch Geschäftsabschlüsse erzielt?

Es sind im Vorfeld einige Verträge vorbereitet worden, die während der Reise unterzeichnet wurden. Geschäftsabschlüsse, aber auch Absichtserklärungen. Zum Beispiel hat die Lufthansa mit dem Ministry of Transportation einen Vertrag abgeschlossen. Dann hat die Firma Terramar, ein Repräsentant von MAN, einen Vertrag unterzeichnet. Sie baut mit dem irakischen Partnerunternehmen Numoor Al-Bararry eine Fertigungslinie im Irak auf, wo ab dem nächsten Jahr 3000 LKW pro Jahr produziert werden sollen. Außerdem gab es einen Letter of Understanding zwischen der Firma Bauer und dem irakischen Wasserministerium. Dabei geht es um den milliardenschweren Auftrag, den Staudamm in Mossul zu renovieren.

WPI: Alles in allem war die Reise also ein Erfolg?

Ich hatte den Eindruck: Es war der richtige Besuch zur richtigen Zeit.

 

Foto: Laith Ahmad (WPI)