Was kostet im Irak Bildung?
20.12.2011  | Maral Jekta & Henrik Ahrens   

Alltag / Kolumne
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In den 70er und 80er Jahren gehörte das irakische Bildungssystem zu den besten in der gesamten Region. Die Einschulungsrate betrug 100 Prozent und an den Universitäten studierten genauso viele Frauen wie Männer. Im Vergleich zu den Nachbarländern mussten nur die wenigsten Schüler die Schulbank zweimal drücken. Schließlich investierte der irakische Staat 6% des Bruttosozialprodukts und 20% des irakischen Regierungsbudgets in Bildung. Folglich war Bildung umsonst. Die Kriege der letzten dreißig Jahre mit Iran, Kuweit und zuletzt mit der Koalition der Willigen sowie Sanktionen und Embargos höhlten das Bildungssystem aus. Im Jahr 2000, konnten 23,7% der Kinder im schulpflichtigen Alter die Schule nicht regelmäßig besuchen. Heute sieht es nicht viel besser aus. Die Bildungsministerien bemühen sich zwar regelmäßig während ihrer Konferenzen und Expertenrunden um Reformen, doch die Sicherheitslage, Konflikte in der Politik und ein zentralisiertes System erschweren die Bemühungen erheblich. Diejenigen, die zur Schule gehen, sitzen oftmals in maroden Schulgebäuden, regelmäßige Stromausfälle gehören genauso zum Alltag wie das Lernen aus veralteten Schulbüchern und schlecht bezahlte Lehrer. Die, die ihren Kindern trotzdem eine gute Schulbildung zukommen lassen wollen, schicken sie in die landesweit 201 Privatschulen, die zwischen 1500 bis zu 2100 US-Dollar im Jahr kosten. Das ist für viele irakische Eltern sehr viel Geld. Doch wie sagte John F. Kennedy: Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.

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Maral Jekta und Henrik Ahrens leben und arbeiten in Erbil. Neben ihrer Arbeit für die Wirtschaftsplattform Irak beziehungsweise an der Media Academy Iraq genießen sie das irakische Leben in vollen Zügen. Welchen Preis das hat? Darüber berichten die zwei in ihrer wöchentlichen Kolumne: Was kostet im Irak...?

 

Foto: Maral Jekta (WPI)