Handeln / Messen
Italienische Unternehmen setzen auf die Föderale Region Kurdistan-Irak. Angelo Caspani, Geschäftsführer des Messeveranstalters Axis, erzählt von zahlreichen Vertragsanbahnungen. Dieses Jahr will er die Milliarden-Dollar-Grenze knacken
Zwischen dem 10. Und 13. Juni 2009 fand die „Italian Exhibition“ auf dem internationalen Messegelände Erbil statt. Italienische Unternehmen präsentierten Produkte und Dienstleistungen aus verschiedenen Branchen wie Landwirtschaft, Industrie und Technologie. Während die ersten beiden Messen in den Jahren 2007 und 2008 nicht mehr als jeweils 70 Aussteller anzogen, waren es dieses Jahr 130 Firmen, die ihre Neuheiten präsentierten und Geschäftskontakte knüpften. Unter den Ausstellern waren neben kleineren Firmen auch europaweit bekannte italienische Firmen wie der Landmaschinenhersteller New Holland Fiat.
Im vergangenen Jahr wurden bei nur rund 70 ausstellenden Unternehmen während der Messe Verträge im Gesamtwert von über 460 Millionen Euro (650 Millionen US-Dollar) abgeschlossen. Angelo Caspani erwartet daher im Nachlauf dieser Messe eine enorme Steigerung: „Am letzten Tag der Messe bin ich zu den Messeteilnehmern gegangen und habe mich mit fünf Unternehmern unterhalten. Sie bestätigten mir, dass sie Vorabverträge im Wert von 71 Millionen Euro abgeschlossen hätten. Rechnet man diese Summe für alle teilnehmenden Unternehmen hoch, kann man erahnen, welch guten Ergebnisse die Produktschau gebracht hat. In den nächsten Tagen wird sich das volle Ausmaß der Messeaktivitäten zeigen. Dann werden wir das gesamte Vertragsvolumen kennen. Wir erwarten, dass die Verträge, die dieses Jahr geschlossen wurden, die Grenze von einer Milliarde US-Dollar überschreiten.
Aber wir werden hier noch nicht aufhören. Wir werden diese Messe zukünftig jedes Jahr veranstalten.“ Als Option in Zeiten der Krise und großen Wachstumsmarkt sieht Caspani die Geschäfte mit dem Irak und der Region Kurdistan-Irak: „Es stimmt, dass die Welt jetzt unter der Finanzkrise leidet, aber die Handelsaktivität hier in der Region steigt ständig. Die Chancen, mit kurdischen Unternehmen Geschäfte zu machen, sind gut. Vor allem in der Baubranche und dem Elektrizitätssektor suchen kurdische Firmen nach italienischen Geschäftspartnern.“
Während im Bereich Geflügelhaltung und -produktion auf italienische Partner gewartet wird, geht es im Bereich Landmaschinen ruhiger zu.
Mohammad al-Hamdani, Lizenzvertreiber von New Holland Fiat im Irak, sieht in Anbetracht der Verkaufszahlen seiner Landmaschinen eine vorübergehende Stagnation des lokalen Landwirtschaftssektors: „Im Moment gibt es nur eine geringe Nachfrage nach unseren Produkten. Ein Grund ist die Trockenheit.“
Im Gegensatz zur Landwirtschaft ist vor allem die Baubranche weitaus lukrativer. Daher drängen vor allem italienische Firmen auf den irakischen Markt, die auf das Bau- und Konstruktionsgewerbe spezialisiert sind. Grund dafür ist die hohe Nachfrage und die positive Entwicklung in der Region Kurdistan-Irak.
Aziz Ibrahim Abdu, Vorsitzender der Handelsabteilung im Handelsministerium der Föderalen Region Kurdistan betont das politische Signal der erfolgreichen Messe: „Diese Messe zeigt, dass die italienische Regierung der Region Kurdistan eine große Bedeutung beimisst. Kurdistan braucht den Aufbau in vielen Bereichen. Die große Beteiligung in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren belegt den Wunsch nach Ausweitung der Handelsbeziehungen auf beiden Seiten.“
Zur Messeeröffnung kamen neben dem italienischen Wirtschaftsentwicklungsminister Claudio Scajola und dem Botschafter Maurizio Milani, Vertreter der italienischen Handelskammer und des italienischen Außenhandelsinstituts sowie Vertreter des kurdischen Handelsministeriums und anderer regionaler Wirtschaftsinstitutionen.
Fotos: Abd al-Hamid Zebari (WPI)
Weiterführende Informationen: + Axis Fairs and Services SRL











