Handeln / Messen
Die Messe in der südirakischen Hafenstadt Basra wird immer beliebter: Mehr als 200 Aussteller präsentierten den Besuchern Produkte aus den Bereichen Bau & Konstruktion, Inneneinrichtung und Dekoration
Direkt im Zentrum Basras, auf dem Messegelände des Hafens Maaqal, fand im April nun schon zum zweiten Mal die Basra Build Expo statt. Schwerpunkte der Ausstellung waren: Bau & Konstruktion, Inneneinrichtung und Dekoration. Als Schirmherren fungierten die Provinz Basra und das Bagdader Handelsministerium, in Kooperation mit dem Verband irakischer Industrien und der staatlichen Messegesellschaft.
207 Aussteller waren dem Ruf des türkischen Veranstalters Pyramids International gefolgt; sie kamen aus Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Libanon, Großbritannien, China, den USA, Deutschland und Portugal. Am stärksten waren die türkischen Unternehmer vertreten, aber auch wichtige einheimische Aussteller waren dieses Mal dabei: die Unternehmen South Gas und South Oil sowie das Kreditinstitut Elaf Islamic Bank und die Al-Fayha Group, die Betonpfeiler und Fertigbauteile herstellt. Insgesamt waren es deutlich mehr als im vergangenen Jahr. „Unsere Messe wird immer beliebter. Wir können wirklich zufrieden sein,“ sagte Anwar Al-Saad, die Pressesprecherin des Veranstalters Pyramids Group.
Muhammad Al-Masri, Geschäftsführer der Messe, freute sich ebenfalls über diese positive Tendenz. Nicht nur, dass viel mehr Unternehmer den Weg nach Basra gefunden hätten: „Auch die Palette der angebotenen Waren ist vielfältiger geworden.“
Der Messe war auch eine Ausstellung über Handelswaren angeschlossen: Dort präsentierten Unternehmen Konsumgüter, Lebensmittel, Computer- und Informationstechnik, Autos und Nutzfahrzeuge, Stoffe und Kleidung, landwirtschaftliche Geräte und vieles andere mehr. Zudem informierten Unternehmen aus dem Finanzsektor und dem Bildungsbereich über ihre Dienstleistungen.
Basra rückt immer mehr in den Fokus der internationalen Wirtschaft. „Der irakische Markt ist einer der wichtigsten Zukunftsmärkte der Region,“ sagt Muhammad Al-Masri. Aber warum gerade Basra? Zum einen sei es hier relativ sicher geworden; zum anderen locke sicher der Ölreichtum der Region. „Es gibt einen deutlichen Aufschwung im Investmentbereich. Besonders britische und amerikanische Großkonzerne konkurrieren um den Bau von Ölraffinerien.“ Und die Iraker begrüßen dieses Engagement. „Das kann nach den Erfahrungen, die wir in Basra mit großen ausländischen Unternehmen gemacht haben, persönlich bestätigen“, sagt der Geschäftsführer der Messe, Al-Masri.
Und das sagen die Aussteller:
Haidar Saleh
Vertreter der Firmen Bosch und Kärcher aus Deutschland
Branchen: elektrische Werkzeuge und Hochdruckreiniger
„Bosch und Kärcher sind zwar bereits weltweit relativ bekannt, aber wir wollen die Messe nutzen, um uns auch hier zu präsentieren. Der irakische Konsument, im Besonderen der aus Basra, ist glücklicherweise ziemlich qualitätsbewusst. Er schaut erst nach den Marken, bevor er nach dem Preis fragt. Gerade was die Qualität anbelangt, haben wir von den Besuchern viel positives Feedback bekommen. Sie wollen, dass auch andere bekannte deutsche Unternehmen nach Basra kommen. Produkte deutscher Hersteller machen in diesem Bereich schätzungsweise zwei Drittel des Marktangebots aus. Sie sind also der wichtigste Wettbewerber und auch eine Messlatte für andere Produzenten. Wenn sie nicht kommen, ist das deutlich spürbar.“
Saad Ibrahim
Verkaufsleiter der Firma Ghadwa, Exklusiv-Vertreiber für das englische Unternehmen JCB, spezialisiert auf Bagger und Baustellentransportfahrzeuge sowie für das deutsche Unternehmen Sennebogen, spezialisiert auf Teleskopkrane und Seilbagger
„Wir haben zum ersten Mal an der Messe in Basra teilgenommen. Und eine Auswahl an Modellmaschinen und Geräten für den landwirtschaftlichen Bedarf präsentiert, für Baggerarbeiten und Erdtransporte. Für uns ist die Messe eine gute Gelegenheit, Geschäftsleute und Unternehmen kennen zu lernen und uns mit ihnen auszutauschen. Erfreulich ist, dass sowohl die Unternehmer aus dem Irak als auch die aus dem Ausland die Messe gut annehmen.“
Hashim Al-Dahlaki
Geschäftsführer der Firma United Cable Industries Company (UCIC) aus Jordanien
„Wir sind zum ersten Mal in Basra dabei, bisher waren wir nur auf der Messe in Erbil. Wir sind aber bereits im Irak tätig und haben feste Verträge mit dem irakischen Ministerium für Wohnungsbau und der staatlichen Ölgesellschaft South Oil und Projekte in Nadschaf und Basra. Aber wir wollen unsere Firma natürlich weiter bekannt machen und immer neue Partner finden. Deswegen sind wir dabei. Was mich besonders freut, ist das positive Echo auf unsere Produkte. Wichtige Händler aus Basra haben bereits bei uns angerufen und ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Ich finde, damit haben wir auf dieser Messe in kurzer Zeit viel erreicht.“
Nizar Al-Jabiri
Stellvertretender Gouverneur von Basra
„Die Messe spiegelt für mich die positive ökonomische Entwicklung von Basra in den vergangenen Monaten wider. Für den Wiederaufbau brauchen wir besonders Unternehmen mit internationaler Erfahrung. Die Lokalregierung von Basra ist daher bereit, ausländischen Investoren und Unternehmen alle nur mögliche Unterstützung zukommen zu lassen und die Hindernisse wegzuschaffen, die ihnen beim Markteintritt im Weg stehen könnten.“
Foto: Haidar Al-Mansoury (Wirtschaftsplattform Irak)











