Heute bleibt die Küche kalt…
26.07.2011  | Maral Jekta   

Handeln / Lebensmittel
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Die Schellrestaurantkette Wienerwald hat eine Filiale im kurdischen Erbil eröffnet – und kommt mit dem Grillen kaum nach. Schon sind weitere Filialen in Sulaymania und Bagdad geplant.


Eigentlich kommen die Manager Ersin Ekiz und Savas Özel aus der Baubranche. Doch während ihrer Erkundungstouren im Norden des Irak fiel ihnen auf, wie gerne die Iraker Hähnchen essen. Warum also nicht ein wenig Konkurrenz ins lokale Geschäft bringen? Am 15. Juni diesen Jahres eröffneten sie in der Erbiler Majidi-Mall eine Wienerwald-Filiale, ihre Recherchen im Vorfeld hatten sie mehr als ermuntert. Dass der Appetit dann aber so groß sein würde – davon waren die beiden dann doch überrascht. Trotz der Konkurrenz aus der Hähnchen-Fastfood-Branche kommen immer mehr Gäste. Esin Ekiz: „Das hängt mit der hervorragenden Qualität unserer Produkte zusammen.“

Einst weltbekannt, musste das 1955 gegründete deutsche Unternehmen im Jahr 2007 Insolvenz anmelden. Doch der Urenkel des Unternehmensgründers Friedrich Jahn, Daniel Peitzner, wollte sich damit nicht abfinden. Er möchte das Logo der rennenden Henne wieder international bekannt machen - als Symbol für schnelles und gut zubereitetes Essen. Ein Netz aus Franchise-Partnern in Deutschland ist erst der Anfang, um wieder an die Erfolgsphase der 70er Jahre anzuknüpfen; damals erzielten 1500 Wienerwald-Restaurants auf der ganzen Welt Milliardenumsätze.

Den ersten Schritt ins Ausland hat das Unternehmen mit einem Franchise-Partner in der Türkei gemacht, wo innerhalb von zwei Jahren 32 Filialen eröffneten. Vom Bosporus zum Euphrat und Tigris ist der Weg nicht weit. Und so kam es zu der ersten Filiale in Kurdistan- Irak. Außer dem Ketchup, der Mayonnaise und dem Brot wird alles aus der Türkei importiert. Die Gewürze sind aber deutscher Herkunft, denn ihre Mischung ist das Erfolgsgeheimnis des Wienerwaldes. Esin Ekiz: „Am häufigsten verkaufen wir das halbe Brathähnchen. An den Apfelstrudel trauen sich noch nicht viele ran, aber das kommt bestimmt noch.“ Angewiesen ist man darauf nicht. Weil das gebratene Hühnchen ein echter Renner geworden ist, sind weitere Filialen geplant. Ersin Ekiz möchte unbedingt im alten Qaysari-Bazar zu Füßen der Zitadelle in Erbil eine Filiale eröffnen. Und eine in Sulaymania. Auch Bagdad steht auf der Liste des Wienerwald-Managers. Allerdings wird das noch vier bis fünf Jahre dauern.

 

Foto: Maral Jekta (WPI)