Eisfabriken: Immer noch heiß begehrt
17.08.2010  | Faris Harram   

Ideen & Geschäfte / Rohstoffe
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Als wir vor einem Jahr den Eisblock-Fabrikanten Mahdi Saleh in Diwaniya besuchten, hatte er Angst, dass sein Geschäft bald ausstirbt. Doch dem Unternehmer aus Diwaniya geht es immer noch gut. Wie kann das sein?


WPI: Herr Saleh, wie gut muss es dem Irak gehen, damit es Ihnen schlecht geht?

Mahdi Saleh: Wie meinen Sie das?

Die entscheidende Voraussetzung für den Niedergang Ihres Geschäftes ist, dass das irakische Stromnetz so stabil ist, dass Ihre jetzigen Kunden zuhause einen Kühlschrank in Betrieb haben können.

Das stimmt, aber eine dauerhafte und vor allem lückenlose Versorgung mit Strom ist noch immer nicht gewährleistet.

Aufbau der Al-Hasnawi-FabrikMahdi Saleh (Bild) leitet zusammen mit seinem Bruder Tawfeeq die Geschäfte der Fabrik in Diwaniya. Das Herz der Anlage besteht aus drei Kompressoren für flüssigen Ammoniak, einem Stromgenerator, einem Gefrierbecken sowie einem Netzwerk aus mit Ammoniak gefüllten Röhren. Jeder Eisblock misst nach den irakischen Standardmaßen 110 cm in der Länge, 20 cm in der Breite und 2 cm Dicke. Der Preis für einen Eisblock liegt, je nach Angebot und Nachfrage, zwischen zwischen 70 Cent und 3,50 Euro.

Demnach geht es Ihnen also ganz gut?

Danke, ich kann nicht klagen. Unsere Produktion hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar ein wenig gesteigert und damit erhöht sich natürlich auch unser Gewinn.

Woher kommt der plötzliche Eis-Boom?

Die Nachfrage nach Eis steigt mit den Temperaturen. Und die Hitze kam in diesem Jahr sehr früh über den Irak. Seit Monaten stöhnt das ganz Land über die Hitzewelle. Da kann man unser Eis ganz gut gebrauchen.

Haben Sie Ihrer Geschäfte ausgebaut? Vor einem Jahr wollten Sie sich noch unabhängiger vom Eis machen?

Nein, auch wenn wir weiter darüber nachdenken auch in anderen Bereichen zu investieren, setzen wir gerade noch alles auf die Karte Eis.

Haben Sie Ihre Anlage ausgebaut?

Nein, unsere Fabrik läuft noch immer auf der gleichen Kapazität wie im vergangenen Sommer. Wir haben sie weder erweitert noch verkleinert. Glücklicherweise hat auch unsere Konkurrenz nicht investiert. Leider hat aber auch keine der Eisblockfabriken in unserer Nachbarschaft zugemacht.

Das hört sich schwer danach an, als sei im Eisblockgeschäft noch alles beim Alten.

So ist es. Und genau deshalb wird es auch nach diesem Sommer so sein wie immer: Ist die Hitzewelle vorbei, geht es uns wieder schlecht.

 

WPI berichtet schon einmal über die Eisfabrik in Diwaniya. Lesen Sie den Artikel hier.

 

Foto: Faris Harram (WPI)