Regionen / Bevölkerung & Geografie

Die Menschen und die Kultur des Iraks sind geprägt von den geografischen Verschiedenheiten des Landes: Wälder und Berge im Norden, Wüsten und Dünen im Osten und dem Zweistromland, das den Irak durchzieht. Ein Überblick zu Bevölkerungsstruktur, Geografie und Klima
1. Bevölkerung
2. Geografie
3. Klima
Laut Schätzungen der irakischen Zentralorganisation für Statistik lag die Bevölkerungszahl im Jahr 2008 bei 28.221.181 Einwohnern.
Über die proportionale Aufteilung der ethno-religiösen Gruppen gibt es keine verlässlichen Quellen. Man schätzt, dass Irakis arabischer Abstammung etwa 75 bis 80 und Kurden fünfzehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die verbleibenden Prozentpunkte verteilen sich auf Assyrer, irakische Turkmenen und andere ethnische Minderheiten.
Etwa 97 Prozent der Iraker sind Muslime, davon circa 60 bis 65 Prozent Schiiten und 32 bis 37 Prozent Sunniten. Christen, Jesiden, Mandäer und andere Minderheiten bilden je nach Schätzung ungefähr die verbleibenden drei Prozent.
Gemäß Statistiken von 2006 sind knapp 40 Prozent der irakischen Bevölkerung vierzehn Jahre alt und jünger. 57 Prozent der Irakis sind fünfzehn bis 64 Jahre alt, während nur drei Prozent der Gesamtbevölkerung 65 Jahre oder älter sind.
Die Lebenserwartung beläuft sich bei Geburt laut UNICEF-Statistiken von 2007 auf 59 Jahre. Das Bevölkerungswachstum im Irak wird auf 2,6 Prozent geschätzt (2007). Die Kindersterblichkeit liegt bis zu einem Alter von fünf Jahren bei 55 auf 1.000 Neugeborene.
89 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter sind an irakischen Schulen eingeschrieben. Die Analphabetenrate liegt bei 26 Prozent.
Arabisch und Kurdisch sind seit 2004 landesweite Amtssprachen.
+ Übersicht: Bevölkerungsentwicklung (1970–2007)
+ Übersicht: geschätzte Stadt- und Landbevölkerung in Altersgruppen (2007)
+ Übersicht: geschätzte Stadt- und Landbevölkerung in den Provinzen (2007)
Der Irak ist mit einer Fläche von circa 435.000 Quadratkilometern etwas größer als die Bundesrepublik Deutschland, aber wesentlich kleiner als seine Nachbarstaaten Türkei, Iran und Saudi-Arabien. Des Weiteren hat der Irak gemeinsame Grenzen mit Syrien, Jordanien und Kuwait. 1,1 Prozent des Landes ist mit Wasser bedeckt.
Die größten Städte des Landes sind Bagdad (7,1 Millionen Einwohner), Ninewa (2,8 Millionen) und Basra (1,9 Millionen).
Der Irak erstreckt sich vom Taurus und dem Zagrosgebirge im Norden bis zum Persischen Golf im Süden. Vier Landschaftsräume prägen den Irak. Im Nordosten erstreckt sich das irakische Hochland bis zu einer Höhe von 3.611 Metern. Durchzogen wird das Land vom Norden in den Südwesten von den zwei großen Strömen Euphrat und Tigris, die das „Zweistromland“ bilden und auf einer Plateauinsel liegen. Westlich der Flussniederung des Euphrat erstreckt sich die Arabische Wüste, entlang des Persischen Golfs eine Schwemmlandebene.
Der Irak ist fast vollständig von Landmasse umschlossen. 3.462 Kilometer lange Landesgrenzen trennen den Irak von seinen Nachbarländern (Iran 1.300 Kilometer, Saudi Arabien 812 Kilometer, Syrien 600 Kilometer, Türkei 377 Kilometer, Kuwait 195 Kilometer und Jordanien 178 Kilometer). Der Küstenstreifen ist 58 Kilometer lang. Die Halbinsel Fau zwischen dem Iran und Kuwait bildet den einzigen Zugang des Landes zum Persischen Golf. Die größten Flüsse sind der Euphrat und der Tigris, die im Süden zusammenfließen und in den Golf münden.
Das Land verfügt im Süden über zahlreiche Stauseen zur Trinkwasserversorgung und Bewässerung. Die zunehmende Wasserentnahme im Osten Anatoliens aber sorgten im Irak vermehrt für Versorgungsprobleme, die durch Umweltprobleme weiter verstärkt werden.
Die mit ihrem Kulturerbe einzigartigen Sumpfgebiete im Süden des Landes wurden während des Irak-Iran-Krieges in den Achtzigerjahren trockengelegt. Sie bilden die Lebensgrundlage für bis zu 150.000 sogenannte Marscharaber und eine reiche Flora und Fauna. Mithilfe von internationalen Organisationen wird versucht, diese Gebiete wieder zu bewässern. Sie sind die größten ihrer Art im Nahen und Mittleren Osten.
+ Übersicht: Länge der Grenzen zu den Nachbarstaaten
+ Übersicht: Verwaltungseinheiten (2002): Größe und Bevölkerung
Das Klima im Irak ist von starken jahreszeitlichen Unterschieden geprägt. Auf heiße und trockene Sommer mit bis zu 52 Grad Celsius (Durchschnittstemperatur um 34 Grad Celsius) folgen insbesondere im Norden kalte Winter mit Schneefällen.
90 Prozent der jährlichen Niederschläge fallen zwischen November und April. In den Regionen außerhalb des Nordens und Nordwestens fallen im jährlichen Mittel zehn bis siebzehn Zentimeter Niederschläge.
Die Sommermonate sind von zwei Windphänomenen geprägt, dem Süd- und Südost-Sharqi. Die Winde werden oft von heftigen Sandstürmen begleitet, die Sand bis in mehrere Tausend Meter Höhe aufwirbeln und zur Schließung von Flughäfen führen können.
Die Kombination aus extremer Hitze und geringen Niederschlägen bedingt, dass große Flächen des Iraks bewässert werden müssen. Außerhalb der Wüsten finden sich vor allem im Norden in den Zagrosbergen Wälder und im Süden Palmbewuchs.
+ Übersicht: Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge und Temperaturen im Irak (1997–2007)
+ Übersicht: Niederschlagsmenge in den einzelnen Monaten (2007)
Quellen:
+ Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
+ Weltatlas
+ COSIT
+ CBS News
+ UNICEF
+ CIA World Factbook
Fotos: Alaa al-Marjani (AP Photo)












