Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier zum Launch der Wirtschaftsplattform Irak am 07.05.2009:

"Die neue Website ist ein weiterer konkreter Schritt, mit dem wir den wirtschaftlichen Wiederaufbau im Irak unterstützen. Gerade im Irak sind verlässliche und differenzierte Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung und das gesellschaftliche Umfeld besonders wichtig."

 

Weitere Grußworte zum Start von WPI

Wieso es eine Wirtschaftsplattform Irak gibt
16.03.2009  | Ralf Grauel   

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Dem enormen Bedarf des Iraks an Infrastruktur, Bildung und Handelsbeziehungen steht in der westlichen Welt ein gewaltiger Mangel an Information und Vertrauen gegenüber. Diese Lücke schließt WPI


Was Iraker von Wirtschaft erwarten

Neben dem Vorurteil, dass Islam und Demokratie einfach nicht zusammenpassen, gibt es wohl kaum einen Satz, der Bewohnern des Nahen und Mittleren Ostens zynischer erscheinen muss als die im Westen weit verbreitete Ansicht, dass Handelsbeziehungen automatisch zu Sicherheit und Stabilität beitragen. Millionen Menschen weltweit erleben Wirtschaft als direkten Auslöser für Konflikte und Bürgerkriege. Mal geht es um um Diamanten, mal um Kohle, mal um Öl. Wirtschaft führt nicht zwingend zu Frieden. Aber sie ist – unter den passenden politischen Voraussetzungen – eine tragende Säule.

Im Irak gehen seit vielen Monaten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zurück. Ehemalige Hochburgen des Konfliktes gelten als sicher. In zahlreichen Städten des Südens kehrt Ruhe ein.

Wissen: WPI Infobroschüre Alles über die Wirtschaftsplattform Irak.
Kompakt, einfach und schnell zu lesenWPI Infobroschüre (PDF) jetzt herunterladen


Presse: WPI in der Frankfurter Allgemeinen SonntagszeitungEin Reporter der FAS begleitete im Sommer 2009 den ersten WPI-Journalisten-Workshop in Sulaimaniyah.Reportage (PDF) vom 12.07.2009 jetzt herunterladen

Landesweit streiten Parteien und Verbände – mit Mitteln der Demokratie – über die Zukunft ihrer Nation. Hunderte Projekte von Mosul bis Basra warten auf Umsetzung. Sie alle haben mit der Wiederherstellung von Normalität und Alltag zu tun.

Mal geht es um Stühle und Tische für eine Grundschule in Kerbala, mal um Anzeigetafeln und Informationstechnik für den Flughafen von Nadschaf. Es geht um Ampelanlagen für Arbil, Babil und Bagdad, Aufzüge und Klimatechnik für öffentliche Gebäude oder um Fabriken für Speiseöl, Textilien, Plastikrohre.

Es gibt Großprojekte wie den geplanten Hafenausbau in Basra, den Flughafenneubau in Babil, Pläne für eine Media City in Samawa oder eine Stahlfabrik für Iskanderia. Diese Projekte haben nichts mit dem Größenwahn des alten Regimes gemein. Diese Projekte sind geprägt vom Pragmatismus der Regionalregierungen, ihre Provinzen endlich wieder aufzubauen.

Der Irak besitzt eine politische Führung, die Demokratie und Stabilität anstrebt. Natürlich gibt es noch Dissonanzen und Anschläge. Aber das Grundgerüst steht. Es gibt eine demokratische Verfassung und Gesetze; langsam wächst das Vertrauen, dass diese Gesetze auch angewandt werden. Korruption ist ein Problem, aber kein Tabuthema. Junge Männer und Frauen suchen Ausbildungen, statt sich Widerstandsorganisationen anzuschließen. Familien und Gemeinden fangen langsam an, ihr unmittelbares Umfeld zu gestalten. Wiederaufbau und Handel können diese jungen Formen der Normalität festigen.

 

Was deutsche Unternehmen am Irak interessiert

Der Irak ist eines der fruchtbarsten Länder des Nahen Ostens, und er besitzt die drittgrößten Erdölvorkommen der Welt. Das bedeutet, der benötigte Wiederaufbau ist finanzierbar. Sowohl im Irak als auch aufseiten der Weltgemeinschaft stehen Mittel zur Verfügung. Entsprechend hoch ist das Interesse aus den Industrienationen. Unternehmen aus Japan, China, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA haben sich Marktnischen gesichert.

Auch auf deutscher Seite ist das Interesse enorm. Das zeigte der unerwartet hohe Besucherandrang beim Irak-Workshop des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie im Frühjahr 2009. Ein Dreivierteljahr zuvor warb der damalige Bundeswirtschaftsminister Glos gemeinsam mit dem irakischen Industrieminister al-Hariri bei Vertretern der deutschen Wirtschaft für mehr Engagement im Irak. Der Irakbesuch durch Außenminister Steinmeier Anfang 2009 öffnete weitere Türen. Gerade nimmt das Servicebüro Wirtschaft Bagdad in der irakischen Hauptstadt seine Arbeit auf. Derzeit bereist eine Delegation nach der anderen die Messen und Handelskammern.

Aber so groß wie das Interesse ist auch das Misstrauen. Entsprechend gering fällt derzeit noch das Engagement der deutschen Wirtschaft aus. Was wir von allen Irakern hören: Sie warten händeringend auf die aktive Beteiligung deutscher Unternehmen am Wiederaufbau ihres Landes. Deutsche Erfahrung und Expertise stehen höher im Kurs denn je. Es gibt Chancen im Bereich der Fördertechnologie, bei der Wiederherstellung der Infrastruktur, im Hoch- und Tiefbau, bei Verkehr und Transport, im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft und beim Anlagenbau. Was den Deutschen fehlt, sind Informationen und Berichterstattung, Wissen und Vertrauen.

Diese Lücke schließt die Wirtschaftsplattform Irak.

Deutsche Unternehmer finden bei WPI Basisdaten, die sie benötigen, um langfristig im Irak zu investieren oder mit dem Irak Handel zu treiben.

Iraker finden über WPI deutsche Geschäftspartner für ihre Projekte.

Journalisten, Experten und Entscheider finden bei WPI tagesaktuelle Nachrichten, Hintergrundwissen und Geschichten über den Wandel des Landes.

 

Wer die Wirtschaftsplattform Irak produziert

Die Wirtschaftsplattform Irak wird bespielt durch ein Netzwerk von irakischen Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmern. Ein irakisch-deutsches Redaktionsteam in Berlin entwickelt gemeinsam mit den Kollegen im Irak Themen, Schwerpunkte und Fragestellungen für Recherchen – um aktuell und regional fokussiert zu berichten.

WPI wird finanziert durch das deutsche Auswärtige Amt und realisiert durch MICT. Die Berichterstattung von WPI geschieht frei und unabhängig.

MICT wiederum steht für Media in Cooperation and Transition – eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin und mit Arbeitsschwerpunkt im Irak. Seit der Gründung 2004 realisiert MICT Medienprojekte in Kooperation mit irakischen Journalisten, Künstlern und Intellektuellen zu politischen und kulturellen Themen im Irak (www.mict-international.org).

Zu den Zielen von MICT gehört die Förderung von Netzwerken, Dialogen und Kooperationen zwischen Konfliktparteien innerhalb des Iraks, Austausch zwischen dem Irak, der arabischen Welt und Europa sowie die Anregung politischer Debatten und Meinungsbildungsprozesse in der irakischen Gesellschaft.

Finanzielle Mittel erhielt MICT bisher vom belgischen Außenministerium, vom deutschen Auswärtigen Amt, der Friedrich Ebert Stiftung, der kanadischen Regierung, UNESCO, UNDP, UNIFEM, UNAMI und dem Amman Center for Human Rights Studies.

Die Projektarbeit der vergangenen fünf Jahre umfasst unter anderem eine Hörfunkagentur für die Erstellung und Verteilung von Radioberichten zu politischen Themen im Irak, eine dreisprachige Website zum Verfassungsprozess und zu den Wahlen im Irak sowie Publikationen und Filme zur Situation und Arbeit von irakischen Kulturschaffenden.

Das MICT-Kernteam umfasst Politologen, Journalisten, Projektmanager und Juristen aus Europa und der arabischen Welt.



Weitere Projekte von MICT

www.niqash.org 
Politische Debatten aus und über Irak. In Englisch, Arabisch und Kurdisch
www.iraqiscope.org

Plattform für Filme und Clips aus und über Irak
www.mict-international.org Webseite von Media in Cooperation and Transition 

Falls Sie mehr über MICT wissen möchten

Klaas Glenewinkel
+49 30 4849 302 -16
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Falls Sie mehr über WPI wissen möchten

Jan Kuhlmann
+49 30 4849 302 17
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