Branchenreport Landwirtschaft
18.04.2009  | Lilli Oberndorfer   

Branchen / Landwirtschaft
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Misswirtschaft, Dürre und das dreizehnjährige Embargo der Vereinten Nationen haben aus dem einst autarken Garten Eden ein Land gemacht, das ohne Lebensmittelimporte verhungern würde. Das größte Potenzial des Landes liegt brach

1. Überblick
2. Anbau von Nutzpflanzen
2.1. Weizen
2.2. Gerste, Reis und Co.
2.3. Ölsamen
2.4. Früchte
2.5. Datteln
2.6. Gemüse
3. Viehzucht
3.1. Schaf- und Ziegenhaltung
3.2. Ziegen- und Kuhmilchprodukte
3.3. Geflügelhaltung
4. Fischzucht
5. Lebensmittel verarbeitende Industrien

 

1. Überblick

 

Der Garten Eden wird nicht von ungefähr im Zweistromland vermutet: Der Irak ist im Vergleich zu den meisten anderen Ländern der Region durch seine beiden Flüsse Euphrat und Tigris sehr fruchtbar. Ungefähr ein Viertel der irakischen Arbeitskräfte arbeitet heute in der Landwirtschaft. Damit ist die Landwirtschaft der größte Arbeitgeber der Iraker. Mit einem Anteil von fünf bis zehn Prozent am Bruttoinlandsprodukt ist der Agrarsektor der größte Wirtschaftsfaktor nach der Erdölwirtschaft. Von den mehr als 43 Millionen Hektar Flächenausdehnung des Iraks sind aber lediglich 9,5 bis 10,5 Millionen Hektar, hauptsächlich zwischen den beiden Strömen, landwirtschaftliche Nutzflächen. Im Süden sind davon heute große Teile von Versalzung bedroht. Im Norden herrscht seit nahezu zwei Jahren Regenmangel und dadurch die ernsthafteste Dürre seit zehn Jahren. Abgesehen vom Wassermangel leidet die irakische Agrarbranche immer noch an systemischen Fehlern des Saddam-Regimes und der Zeit danach. Importe vernichten die einheimische Produktion, und immer mehr Bauern kehren der mühseligen und wenig erträglichen Landwirtschaft den Rücken.

Bis Ende der Fünfzigerjahre konnte sich der Irak mit eigen produzierten Lebensmitteln selbst versorgen. Ab den Sechzigerjahren importierte er immer mehr Lebensmittel und Agrarprodukte. Ende der Siebzigerjahre dann geriet der Irak immer mehr in Abhängigkeit von Lebensmittelimporten. Mittlerweile ist das Land von der Einfuhr von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Reis, Zucker, Milch und Speiseöl zu einem hohen Prozentsatz abhängig.
Das hat mehrere Gründe: unregelmäßige Ernteerträge aufgrund schwankender Regenfallmengen, starkes Bevölkerungswachstum und genereller Rückgang der agrarischen Produktion. Ein anderer wichtiger Faktor war zudem die Verringerung von Wasserressourcen durch Staudämme an Euphrat und Tigris auf türkischer und syrischer Seite. Ebenso trug die staatliche Misswirtschaft zum Niedergang des einstigen Profilierungssektors bei. Noch heute haben die Bauern und Landwirtschaftsbehörden ihre Schwierigkeiten bei der Umstellung von Plan- auf Marktwirtschaft und dem damit einhergehenden Preisliberalismus.

Die Zwei-Säulen-Strategie

Um das Ernährungsproblem für die ständig wachsende Bevölkerung mittel- und langfristig zu lösen, gibt es zwei parallele Strategien. Zum einen soll der Irak seine Bevölkerung laut al-Malikis Agrarinitiative bis 2017 mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln selbst versorgen können. Zum anderen soll die Vergabepraxis für Lebensmittelimporte durch Bündelung von Kapazitäten in der Verwaltung verbessert werden. Daher hat das Kabinett dieses Jahr beschlossen, ein Hohes Komitee (Ministerial Committee for Food Security and Basic Commodities) zu gründen. Es soll künftig Verträge zur Einfuhr von Lebensmitteln selbstständig schließen und Langzeitstrategien zur Lebensmittelgrundversorgung des Landes entwickeln. Dieses Komitee soll aus Repräsentanten der Ministerialressorts Finanzen, Planung, Entwicklungszusammenarbeit, Transport und Handel sowie aus Vertretern des Komitees für Wirtschaftsangelegenheiten, des Kabinettsekretariats und der Irakischen Handelsbank bestehen.

Oberste Priorität haben für die irakische Regierung aber Förderung und Wiederaufbau der Landwirtschaft. Dazu werden moderne landwirtschaftliche Maschinen, Saatgut, Pflanzenschutzmittel, veterinärmedizinisches Equipment, Stallsysteme, Bewässerungssysteme sowie agrarwissenschaftliches Know-how benötigt. Dies eröffnet ausländischen, vor allem deutschen, Firmen einen neuen Markt. Mehr Informationen zur Agrarinitiative im Irak finden Sie hier.

 

+ Übersicht: Produktionsindex der landwirtschaftlichen Betriebe (1999–2006)

+ Übersicht: Produktionsindex Pflanzenzucht (1999–2006)

+ Übersicht: Produktionsindex tierische Produkte (1999–2006)

 

2. Nutzpflanzen


2.1. Weizen

Traditionelle Nutzpflanzen sind die hauptsächlich angebauten Getreidearten Weizen, Gerste und Reis. Weizen, vor allem Winterweizen, wird überwiegend in den nördlichen Regionen mit Regenfeldbau kultiviert, während die Gerste als vornehmliche Futterpflanze eher im Süden angepflanzt wird. Zwei Drittel des Getreideertrags werden in der bewässerten Zone zwischen Euphrat und Tigris erwirtschaftet. Die Weizenerträge im Norden fallen oft gering aus und variieren mit der Regenmenge. Generell ist im Irak nur eine Ernte pro Jahr möglich.
Der hohe Salzgehalt des Bodens als Folge des im Süden und im Zentrum vorherrschenden Bewässerungsfeldbaus kann von der Gerste eher als vom Weizen toleriert werden. Im Jahr 2006 begann USAID daher Experimente mit einer neuen salztoleranten Weizensorte in Kooperation mit irakischen Wissenschaftlern.

Alles zum Thema Landwirtschaft+ Traum von der Selbstversorger-Nation+ Import/Export: Eine Industrie lässt Federn+ Einkaufsliste Agrarsektor

Trotz staatlicher Kampagnen zum Aufbau der irakischen Landwirtschaft in den Siebzigerjahren sind in den vergangenen Jahrzehnten die Weizenerträge und Anbauflächen immer mehr zurückgegangen. Im Jahr 2005 wurden beinahe 70 Prozent des Bedarfs an Weizen durch Importe gedeckt. Mittlerweile wird wieder mehr Weizen angebaut, sodass nur noch 50 bis 60 Prozent importiert werden müssen. Das entspricht einer Menge von ungefähr 1,5 bis 2 Millionen Tonnen pro Jahr. In der Saison 2007/2008 waren besonders die regenabhängigen Weizenanbaugebiete im Norden des Iraks von der schlimmsten Dürreperiode in zehn Jahren betroffen. Da die Ernte 2009 mit 1,5 Millionen Tonnen deutlich geringer als erwartet ausfallen dürfte, wird für dieses und das folgende Jahr eine Steigerung der Weizenimporte vorhergesagt. Die Abhängigkeit von Weizenimporten wissen auch kriminelle Kräfte zu nutzen. Im Dezember 2008 stellte die irakische Polizei 35 Tonnen mit krebserregenden Stoffen verseuchten Weizen sicher, der über die iranische Grenze ins Land geschmuggelt wurde.

Grundnahrungsmittel für die einen – Gold für die anderen

Der Irak ist vor allem für die großen Weizenproduzenten wie China, Indien, USA, Kanada, Deutschland und Australien ein gewinnversprechender Markt. Wie viel Geld in dieser Branche zu holen ist, zeigt ein Korruptionsskandal aus den Zeiten des Oil-for-Food-Programms (1995 bis 2003). Damals besaß der australische Weizenexporteur AWB Ltd. das Monopol auf Weizenlieferungen in den Irak. Jedes Jahr wurden zwei Millionen Tonnen des Getreides von Australien angekauft. Nach Ende des Programms und nach dem Sturz des Saddam-Regimes wurde Die Frage, wer Weizen in den Irak verkaufen darf, ist jetzt schon zu einer strategisch-politischen Entscheidung geworden
der Grund für die unangefochtene Monopolstellung bekannt: AWB hatte Schmiergelder im dreistelligen Millionenbereich an das Regime gezahlt. Seit 2006 ist AWB deshalb von staatlicher Seite von der Liste der Exporteure gestrichen. Mittlerweile wurde das Management ausgetauscht, und die australische Regierung und Weizenexporteure befinden sich in Verhandlungen mit der neuen irakischen Regierung über zukünftige Möglichkeiten.
Beobachter des Markts, darunter auch der neu lizenzierte australische Exporteur Emerald Group, sehen für die Zukunft gute Chancen für die Australier und erwarten Ausschreibungen, die speziell den australischen Markt präferieren. Inzwischen reiste eine Delegation von Ministern und dem Ministerpräsidenten al-Maliki nach Australien, um mit dem australischen Landwirtschaftsminister Redman mögliche Kooperationsverträge zu besprechen.

Bis zum möglichen Abschluss der Verhandlung haben auch andere Länder eine Chance auf dem Markt. Erst im Februar wurden nach einem internationalen Ausschreibungsverfahren je 100.000 Tonnen Weizen aus Kanada, Australien und Deutschland durch den internationalen Händler Louis Dreyfus importiert.
Seit dem Skandal um AWB bezieht der Irak 77 Prozent seiner Weizenimporte aus den USA. Für die USA ist der Irak mit jährlichen Weizeneinkäufen von mehr als 550 Millionen Euro weltweit drittgrößter Markt.
Der Konkurrenzkampf zwischen Australien und den USA könnte sich in Zukunft zuspitzen. Die Frage, wer Weizen in den Irak verkaufen darf, ist jetzt schon zu einer strategisch-politischen Entscheidung geworden.

2.2. Gerste, Reis und Co.

Noch in den Siebzigerjahren stand nach Weizen und Gerste der Anbau der einheimischen Reissorte Anbar gemessen an Anbaufläche und Ertrag an dritter Stelle. Zwischen 2006 und 2007 sank der Reisertrag von 493.500 Tonnen auf 328.500 Tonnen, was einem Unterschied von beinahe zehn Prozent gleichkommt. Schon im Jahr 2005 mussten ungefähr 80 Prozent des Reisbedarfs durch Importe im Wert von ungefähr 180 Millionen Euro gedeckt werden. Dies ist unter anderem auf den Rückgang von Anbauflächen aufgrund von Wassermangel und der zunehmenden Beliebtheit von ausländischen Reissorten wie Basmati zurückzuführen. Eine vom irakischen Landwirtschaftsministerium veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2006 rät zur Erweiterung der Anbaufläche und stellt sogar den Export in die Golfländer in Aussicht. Dort ist der irakische Anbar-Reis beliebt und teuer. Doch durch die seit 2007 andauernde Wasserknappheit hat das Ministerium für Wasserressourcen im vergangenen Jahr den Reisanbau in der Provinz Dhi Qar untersagt. Es wurden sogar Strafen gegen Bauern angedroht, die weiter illegal Reis anbauten.

Kartoffeln und Zuckerrüben

Wie Weizen müssen auch Gerste und Mais eingeführt werden: Ein Drittel der Gerste und nahezu 60 Prozent des Maisangebots stammen aus Importen. Als einziges Grundnahrungsmittel können Kartoffeln in ausreichender Menge im Land produziert werden. Andererseits gilt die Kartoffel im Nahen Osten traditionell nicht als Grundnahrungsmittel, sondern als Gemüse. Die Kartoffel kann Weizen und Reis daher aus Konsumgewohnheit als Grundnahrungsmittel nicht ersetzen.

Andere im Irak angebaute Nutzpflanzen waren bis in die Achtzigerjahre hinein Mais, Hirse sowie Tabak. Während in den Siebzigerjahren noch Baumwolle, Zuckerrohr und Zuckerrüben großflächig angebaut wurden und gute Erträge brachten, reduzierte sich der Anbau dieser Pflanzen im folgenden Jahrzehnt auf ein Minimum. Gründe hierfür sind vermehrte Importe und die geringe Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Produktion. Heute ist der Irak zu 100 Prozent von Zuckerimporten abhängig.

2.3. Ölsamen

Ähnliche Entwicklungen gab es auch bei Ölsamen. Während in den Siebziger- und Achtzigerjahren Pflanzen wie Sonnenblumen zur Speiseölgewinnung angebaut wurden, ist das Land heute zu beinahe 100 Prozent von der Einfuhr von Speiseöl abhängig. Jedes Jahr wird Speiseöl im Wert von ungefähr 215 Millionen Euro (280 Millionen US-Dollar) eingeführt.

Der Handel mit Speiseölen stellt einen gewinnbringenden Markt dar, da Öl in der irakischen Küche häufig verwendet wird. Um die Kostenbürde von der Bevölkerung zu nehmen, wird Speiseöl vom Staat stark subventioniert abgegeben.

Die hohe Abhängigkeit von Speiseölimporten liegt neben der  landwirtschaftlichen Situation auch an den heruntergewirtschafteten Anlagen und der schlechten Stromversorgung. Eine umfassende Sanierung bestehender Speiseölmühlen und der Neubau von Fabriken könnte nicht nur die Importabhängigkeit des Landes verringern, sondern als Nebenprodukt günstig Futtermittel für Nutzvieh liefern.
Ein Beispiel für die Misere der verarbeitenden Lebensmittelindustrie liefert die Provinz Maysan. Dort gibt es drei große Pflanzenölmühlen und eine Zuckerfabrik. Alle Anlagen laufen nur auf fünfzehn bis 50 Prozent ihrer Leistung, da Ersatzteile fehlen, die Maschinen veraltet sind und sie keine unabhängige Stromversorgung haben. Daher sanierte das Wiederaufbauteam der US-Armee dort erst kürzlich eine Speiseölfabrik mit 386 Millionen Euro (500 Millionen US-Dollar) und stattete die Anlage mit einer eigenen Stromversorgung aus.

2.4. Früchte

Neben der Dattel als wichtigstes Exportgut und Symbol für ein ganzes Land gibt es auch andere Früchte, die wichtig für die Wirtschaft sind.
Als Sommerfrüchte werden hauptsächlich Trauben, Granatäpfel, Äpfel, Aprikosen, Birnen, Feigen sowie Wassermelonen und andere Melonenarten angebaut. Trauben stellen fast die Hälfte der Erträge an Sommerfrüchten, Granatäpfel mehr als ein Viertel. In diesem Bereich ist der Bedarf an Schädlingsbekämpfungsmitteln noch nicht gedeckt und bietet Chancen für ausländische Anbieter dieser Mittel.

Der Olivenertrag fällt mit 9.000 Tonnen im Vergleich zu anderen Ländern der Region dürftig aus. Hier besteht Bedarf an Neupflanzungen von Olivenhainen. Vor allem Olivenöl ist gefragt und bietet den Olivenbauern ein gutes Einkommen.

Bei den Winterfrüchten sind Zitrusfrüchte wie Orangen, Bitterorangen und Zitronen am häufigsten. Die Hauptanbaugebiete liegen in den zentralirakischen Provinzen Bagdad, Salah al-Din, Diyala, Wasit und Anbar. In den vergangenen Jahren sind die Erträge immer weiter zurückgegangen.

2.5. Datteln

Die wichtigste Frucht für den inländischen Konsum und den Export stellt die Dattel dar. Acht verschiedene Arten von Datteln werden im Irak angebaut. Mit mehr als zwei Dritteln Anteil an der gesamten Dattelproduktion ist die hauptsächlich angebaute und exportierte Sorte die Zahdi-Dattel.

Der Irak stellte 1975 mehr als 55 Prozent des Dattelangebots auf dem Weltmarkt und war damit der weltweit größte Dattelexporteur. Damals wurden Datteln nach Westeuropa, Indien, Japan und in andere arabische Länder exportiert. Das traditionelle Hauptanbaugebiet, das Schatt al-Arab, wurde aber während des Irak-Iran-Kriegs in den Achtzigerjahren durch Truppenbewegungen und Massenabholzungen in Mitleidenschaft gezogen. Folglich ging der Dattelertrag stark zurück. Durch die Sanktionen verlor der Irak schließlich seine Position auf dem Weltmarkt. Andere Dattelproduzenten wie Iran und arabische Länder etablierten sich auf dem Weltmarkt. Heute ist der Irak in der Dattelproduktion auf Platz zehn abgerutscht.

Die Dattelwirtschaft in der Krise

Der Dattelertrag schrumpfte von 932.000 Tonnen im Jahr 2000 auf lediglich 400.000 acht Jahre später, wovon ungefähr 280.000 Tonnen auf den Ertrag an Zahdi-Datteln entfielen. Beobachter des Marktes sehen keine rosige Zukunft für einen künftigen Exportmarkt, solange die Hauptimporteure Indien und die Emirate weiter niedrige Preise für Datteln zahlen.

Auch die Abnahmegarantie durch den Staat scheint nicht immer sicher zu sein. Erst im Februar hatten hundert Dattelbauern bei einer Konferenz in Nadschaf die bessere Koordination des staatlichen irakischen Dattelbetriebs gefordert. Die Bauern beklagten Schikane und fehlende Transparenz vonseiten des Staatsbetriebs. Große Mengen von Datteln habe der Betrieb nicht abgenommen, obwohl er dazu verpflichtet sei. Die Ernte drohe daher dieses Jahr in den Lagerhäusern zu vergammeln.

Dennoch gehört die Dattelwirtschaft zu den Prioritäten in al-Malikis Agrarinitiative. Schließlich war der Irak in der arabischen Welt für seine Datteln berühmt. Dies verlieh der Frucht einen wahren Symbolcharakter. Die Dattel stand für den Irak.
Dementsprechend versprach al-Maliki, die Dattelbauern zu unterstützen. Er setzte sich für den Kauf moderner Pestizide ein, um die Gefahr von Schädlings- und Pilzbefall einzudämmen.

Neben dem Schutz alter Dattelpalmenbestände ist die Neupflanzung im großen Stil ein wichtiger Schritt nach vorn. Mehrere Kampagnen zur Pflanzung von Palmenhainen machen momentan von sich reden. Östlich von Bagdad sollen Dattelpalmen auf einem großflächigen Gebiet angebaut werden. In Kerbala soll der grüne Gürtel um die Stadt erweitert werden, und zwar mit 100.000 Dattelpalmen. Der vormals hundert Meter breite grüne Gürtel soll dann einen Kilometer breit sein. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen hat man auch einen ökologischen Gewinn: Der Palmenhain soll die Stadt von Süd nach Ost gegen Sand und Wind abschirmen.

2.6. Gemüse

Tomaten machen den größten Teil der Gemüseproduktion im Irak aus. Allerdings haben einheimische Tomaten auf dem Markt geringe Chancen gegenüber billigen Importen aus den Nachbarländern Syrien und Iran. Die sprunghaft gestiegenen Kosten für Diesel, Dünger, Plastikplanen und anderes Equipment machen der Branche zu schaffen und verteuern die Tomaten.

Als weitere wichtige Gemüsesorten nach den Tomaten folgen grüne Bohnen, Auberginen, Okraschoten, Gurken und Zwiebeln. Über den Anteil von Gemüseimporten liegen allerdings keine Daten vor. Bekannt ist nur, dass im Jahr 2005 trotz des Anbaus von Hülsenfrüchten 65 Prozent des Bedarfs durch die Einfuhr gedeckt wurden. Hülsenfrüchte stellen nach Weizen und Reis ein weiteres Grundnahrungsmittel in der irakischen Küche dar.